Narren allein zu Haus

Es war mir nicht nur eine Freude, sondern es erfüllte mich auch mit Stolz, von reichenauer Närrinnen und Narren zu erfahren, wie sie sich auf eine Fasnacht vorbereiten oder vorbereitet haben, die nicht stattfindet. Überraschenderweise gaben sie mir die Erlaubnis, aus ihren Erfahrungen und Aktivitäten zu berichten und sie auch wörtlich zu zitieren.
Da mich die Gespräche sehr berührten und mir bewusst wurde, welche Einzelschicksale mir anvertraut wurden, war es für mich ein persönliches Anliegen, die Namen der Personen zu ändern, um wenigstens noch ein bisschen Privatsphäre zu bewahren. Sollten sich einige dennoch wiedererkennen oder von anderen erkannt werden, liegt es an der Tatsache, dass Persönlichkeiten, die durch ihre betriebsame Tätigkeit im öffentlichen Raum bekannt sind, selbstverständlich nicht durch eine simple Namensänderung vollständig unkenntlich gemacht werden können.

Eine entsetzliche Unruhe liegt über dem Land. Warum wohl? Kann man sagen, dass etwas geschieht, obwohl es nicht stattfindet? Oder ist es eher so, man weiß, dass etwas nicht stattfindet, weiß aber nicht, was stattdessen geschehen soll? Oh, wie viele sind aus dem Häuschen, obwohl sie das selbige nicht verlassen dürfen. Denn auch eine Fasnacht, die nicht genossen werden kann, wird ihre Nebenwirkungen zeigen. Ja, so wird es sein. Die Tagebuchaufzeichnungen zeugen davon. Der Gedanke an die Fasnacht macht viele unruhig.

Mit einem Ho Narro bis morgen

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2 Kommentare

  1. Inge Werner

    Immer wieder köstlich zu lesen, auch zwischen den Zeilen. Herrlich. Freue mich auf die Fortsetzung.

    • Dieter Beck

      Wenn Dich die Fortsetzung freut, freut es mich, wieder eine Fortsetzung zu veröffentlichen , mit der ich Dir eine Freude machen kann. So bleiben wir mit Schreiben und Lesen verbunden. Ist das nicht schön?

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